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Mein großer Bruder erzählte mir vor einigen Tagen, dass er etwas Seltsames gesehen habe. Als er eines Tages zu Hause aus dem Fenster geblickt hat, sah er in unserem Garten ein Mädchen, welches auf der Mauer saß, Gitarre spielte und dazu trällerte. Im nächsten Moment waren die Gitarre und sie verschwunden. Ich fragte ihn, ob er mir das Mädchen näher beschreiben könne und was noch passiert sei. Sie trug ein graues T-Shirt und eine schwarze Jogginghose, sie hat keine Schuhe getragen, aber was an ihr so auffiel, war der asiatische Frisurstil und die Schminke, so mein Bruder. Die Gitarre war in Gold mit silbernen Saiten und der Klang war phänomenal, ihre Stimme war eine Symphonie, beschrieb er. Als ich ihn fragte, ob er sie noch irgendwo gesehen hat, fuhr er mit seiner Erzählung fort. Vor einer Woche sah mein Bruder sie auf dem Schulhof, während er an seinen Rechtschreibübungen in Deutsch saß. Sie saß auf einer Sitzbank, wieder Gitarre spielend, aber diesmal gab es einen Unterschied: Er konnte wieder hören, wie sie spielte und trällerte. Ihre Tönen waren eiskalt und genauso stellte sich das Wetter ein. Von einem auf den nächsten Moment trugen die Bäume, sowie der Boden, Schnee, er sagte, dass er sich in diesem Moment wie steif gefroren fühlte. Dem Lehrer fiel auf, dass mein Bruder in den Tag hineingeträumt hatte und "weckte" ihn auf. In dem Moment fühlte er sich wieder normal und der Schnee, sowie die Sängerin, waren verschwunden. Aber das war noch nicht alles. Er saß eines Abends, als es schon dunkel war, beim Bahnhof, ich konnte mir vorstellen, dass es zu dem Zeitpunkt sehr kalt gewesen sein musste. Plötzlich saß dieses Mädchen direkt gegenüber von ihm, wieder Gitarre spielend und trällernd, doch diesmal wurde ihm sehr heiß. Mein Bruder wollte unbedingt von ihr wissen, weshalb sie das tat, indem er sich neben sie setzte. Er stand auf und sie war wieder verschwunden. Als er mit dieser Erzählung fertig war, wurde es für mich sonnenklar, dass es sich um einen Geist handeln müsse und rief daher jemanden an, der sich mit spirituellen Wesen beschäftigte. Wir trafen uns in einer Bibliothek, da es dort sehr ruhig war, aber wir setzten uns weit weg von den Lesern, damit diese ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnten, ohne von uns unterbrochen zu werden. Kaum setzten wir uns hin, fing der Experte an, ein paar Fragen zu stellen und mein Bruder fing an zu erzählen, um ihm einen "Überblick" über diesen Geist zu geben. Er erzählte alles genauso, wie er es mir gesagt hat. Nachdem mein Bruder fertig war, kam dem Experten die Lösung direkt aus der Pistole geschossen.

"Oh mein Gott. Das ist nicht irgendein Geist, das ist ein Narrensänger, namens Yakami. Sie ist die Königin der genannten Gruppe.", erklärte er uns.

"Warum tut sie das?", wollte ich wissen, doch er reagierte nur achselzuckend und sagte: "Das weiß niemand. Sie könnte verschiedene Gründe haben. Zum Schutz, aus Bosheit, das kann ich dir nicht sagen. Du wirst es mit der Zeit selbst herausfinden."

Nachdem er uns dies mitgeteilt hat, blickte ich hinüber zu meinem Bruder, dieser sah erschreckt aus dem Fenster. Diesmal konnten der Experte und ich sie auch sehen, wie sie auf einem Baum sitzend die Gitarre spielte, doch diesmal trällerte sie nicht, Yakami sang diesmal.

"Der Junge mit dem welligen Haar, wir hatten beide denselben Papa, dieser war jedoch nur für dich da und mich hat er vergessen. Du konntest liegen auf der faulen Haut, machtest nichts, hast immer ferngeschaut, Karriere hat sich bei dir aufgebaut, ich musst mich immer stressen. Du hast mir immer nur Ärger gemacht, hast mich in der Schul um den Ruf gebracht, nun, Bruderherz, wirst du bezahlen, drum erleide höllische Qualen", sie endete an der Stelle und verschwand.

Ich sah zu meinem Bruder rüber und fragte ihn, da ich noch nie irgendwas von einer Schwester wusste. Er starrte ins Leere, während ihm die Tränen die Wangen runterkullerten, begann er schließlich zu schluchzen.

"Hör mir gut zu, kleiner Bruder", fing er an.

"Als du noch ein Kleinkind warst, hatten wir eine Schwester namens Carmen und....es stimmt tatsächlich. Ich habe ihr Streiche in der Schule gespielt, wie z. B. der Hand-im-warmen-Wasser-Streich. Sie hatte dadurch eben ein kleines Malleur, wodurch sie von ihren Freundinnen ausgelacht wurde und das zog sich dann durch die ganze Schulzeit und ich habe es tatsächlich gut gehabt, habe von meinem Vater viel geschenkt bekommen.", erzählte er weiter.

Mein Bruder begann wieder zu schluchzen und ich verstand genau, was er mir damit sagen wollte. Dieser Geist ist unsere Schwester und sie will ihn für seine Streiche bestrafen.

Ich ging nach draußen und rief dort:" Yakami, hör mir bitte zu."

Die Narrensängerin tauchte wieder mit ihrer Gitarre auf und blickte zu mir.

Aus Respekt verneigte ich mich vor ihr und sagte:" Verehrte Narrenkönigin Yakami, bitte hört mich an. Ich weiß, mein Bruder hat Euch einen schlechten Ruf eingebracht, aber lasset Euch versichern, dass er seine Lektion gelernt hat."

Sie sprach nicht, sondern sah mich zuerst nur verwundert an, dann sagte sie mit einer Echo-Stimme:" Du kommst mir bekannt vor, kenne ich dich irgendwo her."

"Ihr kennt mich wahrscheinlich aus Eurer Vergangenheit, nun, als ihr noch lebtet, um genauer zu sein. Ich bin Euer kleiner Bruder, Malcolm.", antwortete ich, während ich aufstand. Sie dachte zuerst nach, im nächsten Moment blickte sie überrascht und sagte:" Malcolm, kleiner Bruder. Wie geht es dir?

"Mir geht es gut. Schwesterherz, bitte tu mir einen Gefallen und verfluche meinen Bruder nicht. Ich flehe dich an.", sagte ich, während ich wieder mit den Knien zu Boden sank.

Carmen bekam einen zornigen Blick und schrie:" Nein. Er hat mir ein Leben voller Qualen und Pein beschert. Ich will meine Rache dafür und keiner kann mich davon abhalten."

Meiner Bruder hatte all dies vom Fenster aus beobachtet und kam nach draußen. Er nahm mich in seine Arme und dankte mir, dass ich es zumindest versucht hatte. Seitdem hatte er schlaflose Nächte, musste plötzlich erbrechen und bekam Schmerzen. Als ich dann ein paar Jahre später meine eigene Wohnung einrichtete, bekam ich einen Anruf.

"Hallo, spreche ich hier mit einem gewissen Herrn Malcolm Riddle.", begann der Anruf.

"Ja, der bin ich. Wer spricht da?", fragte ich.

"Hier spricht der Nachbar von Peter Riddle. Ich weiß nicht, wie ich Ihnen, das mitteilen soll, aber.....ich habe das Bestattungsinstitut gerufen.", sagte der Anrufer.

"Warten Sie, das Bestattungsinstitut, wie soll ich das bitte verstehen?", fragte ich völlig konfus.

"Wie soll ich Ihnen das sagen, ... Wir haben seine Leiche, aufgehängt an einem Seil an der Verrranda gefunden. Das Letzte, was ich hörte, war gestern ein lautes Schreien von nebenan, offensichtlich hat ihn irgendwas gequält.", erzählte der Nachbar mit bedrückter Stimme.

Mir fiel mit einem geschockten Blick zuerst der Hörer aus der Hand, doch dann kam ich wieder zu mir und hebte ihn wieder auf, ich bedankte mich für die Mitteilung und fragte, wann die Beerdigung stattfände.

Ein paar Tage später, als die ganze Familie bei der Beerdigung da war, sah ich, wie Carmen auf dem Grabstein saß, völlig unbekümmert.

Danach hatte ich von ihr weder etwas gesehen, noch etwas gehört.

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