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Seltsames Gefühl auf meiner Haut. Langsam öffne ich meine Augen. Benommenheit in mir. Ich brauche ein paar Augenblicke, um die halbdunkle Umgebung zu betrachten. Eine einzelne Glühbirne spendet unstetiges Licht. Etwas Nasses rinnt über meine empfindliche Gesichtshaut. Verpasst mir den kalten Hauch einer Gänsehaut. Unablässig und regelmäßig tropft die kalte Flüssigkeit auf meinen Kopf. Immer auf dieselbe Stelle. Ich erkenne diesen Ort nicht. Wo bin ich hier!? Und vor allem, wie komme ich hier her!? Der bitterkalte Boden unter mir sieht nach Fliese aus. Versuche mich zu bewegen. Erfolglos. Meine Hände und Füße lassen sich nicht bewegen.

Bin an etwas gefesselt. Mit wachsender Panik, versuche ich an meinen Fesseln zu rütteln. Immer wieder. Zwecklos. Meine Füße scheinen aneinander gefesselt zu sein. Verdammte Scheiße. "Was für eine kranke Scheiße läuft hier ab!?", schreie ich laut in das Nichts des Raumes. Einzig mein kurzes Echo ist zu hören. Ansonsten keine Antwort. "Denk nach, Mara.", treibe ich mich selbst in Gedanken an. Versuche meine stetig weitersteigende Panik unter Kontrolle zu halten. Mit nur mäßigem Erfolg. Solche Fälle habe ich als Polizistin oft. Wer kann etwas davon haben, mich zu entführen? Ich habe noch nicht sehr viele Leute festgenommen, als Streifenpolizistin. Und die, die ich festgenommen habe, waren vorwiegend alte Säufer und anderes Gesindel, das zu sowas hier eigentlich nicht im Stande wäre.

Noch immer tropfen in kurzen, regelmäßigen Abständen einzelne Wassertropfen auf meinen Kopf. Immer auf dieselbe Stelle. Das ist eine Foltermethode. An sich keine schlimme Sache, doch wenn das jetzt noch stundenlang weitergeht, habe ich ein Problem. Das zerrt irgendwann so an den Nerven und der Belastbarkeit, dass man wahnsinnig zu werden scheint. Bewege meinen Kopf immer mal etwas hin und her, sodass der Wassertropfen nicht permanent dieselbe Stelle trifft. Wenigstens etwas Entlastung. Ich muss hier unbedingt raus, doch die Chancen stehen im Moment verdammt schlecht.

Ohne Vorwarnung ertönt ein quietschendes, ohrenbetäubendes Geräusch, als ob man Metall über den Boden schleifen würde. Ich erschrecke heftig. In mir zieht sich alles zusammen. Als das quietschende Geräusch endlich verstummt, beginne ich Schritte zu hören. Langsame, aber schwere Schritte. Scheint entweder eine sehr große Person, eine sehr schwere, oder beides zu sein. Das Geräusch kommt mir immer näher und näher. Die Panik in meinen Geist gewinnt die Oberhand. Kalter Schweiß tropft mir von meinen Haaren, ins Gesicht. Aus dem matten Licht der Glühbirne, erkenne ich keine große, dafür eine sehr breite Gestalt. Je näher sie mir tritt, desto mehr Details kann ich sehen. Ein kahlrasierter Schädel. Harte Gesichtskonturen. Muskulöser Körper, unter einem weißen, dreckigen Shirt.

"Was willst du von mir!?", rufe ich dem Unbekannten gespielt gefasst zu. Er würdigt es mit keiner Antwort. Nun steht er vor mir. Ein beißender Schweißgeruch erfüllt meine Nase. Er geht in die Hocke. Packt meinen Körper. Hebt mich mit einem Ruck in die Luft. Dabei verkündet ein zischendes Geräusch, dass meine Handfesseln gelöst sind. Ich bin in einer guten Höhe. Sie haben wohl nicht viel über mich recherchiert. Trainiere zwei Kampfsportarten. Anti-Terror-Kampf, kurz ATK und Judo. Er ist fällig. Ein gezielter Schlag gegen seine Kehle. Er beginnt zu röcheln und sackt in sich zusammen. Etwas Erleichterung macht sich in mir breit. Keine Zeit, um mich darüber zu freuen. Ich muss hier unbedingt raus. Hoffentlich sind nicht mehr von denen hier. Durchsuche seine Taschen und finde einen einzelnen Schlüssel. Sehr gut. Hoffentlich ein Generalschlüssel. Besser als nichts. "Und jetzt raus hier..", flüstere ich mir selbst zu und setze mich rasch in Bewegung.

Als ich aus der Tür heraustrete, durch die der breite Kerl von eben hineingetreten ist, beginnt diese sich zu meinem Schrecken von selbst zu schließen. Was zum Teufel wird hier gespielt? Scheiß drauf. Ich muss weiter. Finde mich in einem langen Gang wieder. Hastig laufe ich diesen entlang. Das Licht verändert sich nur unwesentlich. Es bleibt weiter matt. Keinerlei Türen auf beiden Seiten. Mein einziger Weg führt geradeaus. Solange ich hier herauskomme, ist mir das nur recht.

Als ich das Ende des Ganges erreiche, strahlt mir immer helleres Licht entgegen. Mit einem mulmigen Gefühl, trete ich durch die offenstehende Stahltür, in den hellerleuchteten Raum. Dieser ist leer und die Tür gegenüber der Meinen, ist geschlossen. Versuche sie mit aller Kraft zu öffnen. Ohne Erfolg. Plötzlich haucht jemand direkt hinter mir: "Nicht so schnell, Süße", ins Ohr. Danach fühle ich nur noch einen heftigen Schmerz und Schwärze erfüllt meinen Geist.

Ungewisse Zeit später... Bearbeiten

Harte Schläge wecken mich. Ich zucke wild zusammen, als ich meine Augen aufreiße. Mein Gesicht schmerzt aufs heftigste. Metallischer Geschmack erfüllt meinen Mund. Spucke Blut. "Nanana. Hast du denn nicht gelernt, dass man fremden Boden zu respektieren hat!?", höre ich eine aalglatte Stimme vor mir sprechen. Schaue auf zwei Gestalten vor mir. Da steht zum einen der kahlrasierte, breite Typ, dem ich eine verpasst habe und ein zweiter, seltsam seriös wirkender Mann im grauen Nadelstreifenanzug vor mir.

Ich bin wieder gefesselt. Panische Angst steigt erneut in mir hoch. "Was habt ihr mit mir vor?", frage ich mit gestellt herausfordernder Stimme. Der Kerl im Anzug schnaubt verächtlich. "So einiges, junge Dame. Doch zuerst, wie ist es für dich zu wissen, dass du nie wieder frei sein wirst?", erwidert dieser mit einer Kälte in der Stimme, die mich zum zittern bringt. Verdammte Scheiße. Ich war doch schon frei. Auf dem Weg hier raus. Warum musste ich so unachtsam sein!? Tränen bilden sich in meinen Augen. Solche, die aus Verzweiflung geboren werden.

"Dafür, dass du meinen Freund hier geschlagen hast, wird er sich extra viel Zeit für dich nehmen. Viel Spaß euch Zweien.", spricht der aalglatte Typ, lacht höhnisch und schreitet davon. Ich bin alleine mit diesem Kerl. Die Angst überflutet meinen Geist wie ein Tsunami. Meine Atmung wird immer schwerer, als der breitgebaute Kerl einen Schritt auf mich zukommt. Warum musste ich meine einzige Chance auf Flucht so heftig vergeigen!? Wird es so enden? Ein heftiger Tritt ins Gesicht zerreißt meine Gedanken. Spüre, wie meine Nase unter seinem Tritt nachgibt und bricht. Warmes Blut strömt aus Nase und Mund.

"Kleine Schlampe. Wir beide werden jetzt richtig viel Spaß haben.", sagt der Glatzkopf mit einer rauen Stimme, die vollkommen zu seinem Erscheinungsbild passt. Er kniet sich zu mir runter. Packt mein Top und zerreißt es. Den BH gleich mit, sodass meine Oberweite zum Vorschein kommt. Tränen rinnen mein Gesicht hinab. "Bitte...ich bitte dich...tu das nicht.", schluchze ich panisch. Er beginnt zu grinsen, als er auch meine Hose zerreißt. Warum ich!?...

Er vergeht sich an mir. Brutal. Er bewegt sich wie ein Tier. Unendlicher Schmerz durchfährt meine Synapsen. Warum ich? Solche Monster. Welche Menschen tun sowas. "Hilfe! Irgendjemand. Bitte Helft mir!", kreische ich lautstark. Zur Antwort schlägt er mich heftig zusammen. Immer und immer wieder. Ich habe solche Typen immer jagen wollen. Immer wieder drohe ich ohnmächtig zu werden. Der Kerl verhindert es, indem er mich durch Schläge wachhält. Ich bekomme Schnappatmung. Immer schneller rast mein Herz. Und immer rasanter mein Atem. Er will, dass ich seine Stöße bis zum Letzten vollends mitbekomme. Mir wird so schlecht, dass ich mich übergeben muss. Zur Strafe drückt er mein Gesicht in das Erbrochene, sodass ich fast ersticke. Womit habe ich das verdient!? Ich will einfach nur noch sterben....

Der Kerl ist fertig. Denke, dass er mich jetzt töten will. Entweder er tut es, oder die inneren Verletzungen, die seine Schläge ausgelöst haben erledigen es. Mir inzwischen egal wie. Hauptsache es endet. Er schaut kurz in die Luft und nickt dann, als wenn er gerade Instruktionen bekommen hat. Dann kommt er mit seinem Gesicht nahe auf meines zu. "Sorry Baby, aber ich darf dich nicht am Leben lassen. Schade eigentlich, denn du warst richtig gut.", sagt er mit ekelhafter Lust in seiner Stimme. Dieser Ekel belebt die letzten Kräfte, die ich habe. Schaffe es, mit meinem Kopf soweit hochzukommen, dass ich ihm in seinen Hals beißen kann. Vergrabe meine Zähne in sein Fleisch. Tiefer. Immer tiefer. So fest ich kann.

Er schreit ohrenbetäubend auf. Versucht mich abzuschütteln. Meine Zähne haben sein Fleisch schon lange durchstoßen und scheinen noch etwas tiefer in seinen Hals einzudringen. Stirb, du elender Bastard. Wenn ich verrecke, nehme ich dich mit. Meine Zähne finden zueinander. Mit einem Ruck, reiße ich sie aus seinen Hals und habe noch ein Stück Fleisch in meinem Mund. Der Glatzkopf hält sich schreiend die Hände an seinem Hals. Ich hoffe, dass die Wunde tief genug ist. Lasse meinen Kopf zu Boden sinken und starre an die Decke des Raumes. Ich werde immer schwächer. Mein Körper immer tauber. Meine Augen weiten sich ein letztes Mal. Das Letzte was ich sehe, sind Kameras an der Decke.

Epilog Bearbeiten

"Liebe Zuschauer und Zuschauerinnen. Ich hoffe sehr, dass Ihnen allen der heutige Livestream gefallen hat. Es war durchaus mal etwas anderes zu sehen, dass sich das Stück Fleisch wehren kann. Wie Ihnen sicher allen aufgefallen ist, war die Beute eine gewisse Zeit "frei". Es mag wie ein "Unfall" erschienen sein, doch glauben Sie mir, wenn ich versichere, dass alles bis auf das letzte Detail geplant war. Wir haben gezielt eine Polizistin entführt, die kampfsportlich begabt ist, sodass sie unseren Jäger überwinden konnte. Vielleicht haben Sie in Ihren Übertragungen auch gesehen, dass sie dem Jäger einen Schlüssel entnommen hat. Dieser war natürlich gefälscht und hätte keine einzige Tür öffnen können, weshalb die Türen, bis zum Zielort auch offen standen. Sie werden sich jetzt sicher fragen, wozu wir diese "Mühen" auf uns genommen haben. Verständlich. Nun, sehen Sie. Wir wollten testen, wie sich das Stück Fleisch verhält, wenn man ihr den einzige Funken Hoffnung nimmt, den sie für eine kurze Zeit gewonnen hat. Sie haben sicher erkannt, dass die Beute zum Zeitpunkt, an dem die eigentliche, von Ihnen allen gewünschte Show begann, gebrochen schien. Bedauerlicher Weise ist das Ende der Show nicht ganz so gelaufen, wie erhofft, sodass der ehrenwerte Jäger sein Leben ließ. Doch sehen Sie es so, es war eine wirklich abwechslungsreiche Show, die man nur hier im Dark Web zu sehen bekommt. Also, die nächste Show ist für den kommenden Freitag angesetzt und wir alle hier hoffen, dass Sie wieder fleißig zuschauen. Es ist schließlich etwas, wofür Sie alle Geld ausgeben. Einen feuchtfröhlichen Abend Ihnen allen."


Ihr Restroom Team. Livestreams der dunkleren Art.

Autor: Lord Maverik

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