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Kapitel 1 Bearbeiten

„Hey Drake, ich bin zu Hause!“

„Kaum zu überhören, du trampelst immer noch durch das Treppenhaus, wie eine ganze Herde von Elefanten!“ Dabei musste Joe unwillkürlich lachen und Drake stimmte sofort ein. Es stimmte, Drake war in dieser Hinsicht schon immer ein Trampeltier gewesen, aber das war wohl eine der vielen Angewohnheiten, die er noch aus dem Waisenhaus hatte und die er nie ablegen konnte. Es war nun ein Mal leider Gottes eine wunderbare Möglichkeit, die Erzieherinnen auf die Palme zu bringen und nichts hatte er damals lieber getan. Es war eine Art Racheakt für all die Strafen die ihm und seinem Bruder auferlegt wurden, für Dinge an denen sie meist nicht ein Mal Schuld hatten…

„Wie war dein Tag?“ Fragte Drake, der gerade in der Küche stand und das Essen vorbereitete.

„Anstrengend wie immer. Aber was soll’s was muss das muss, nicht wahr?“

„Wie recht du doch hast, Bruderherz.“

„Was zauberst du heute wieder schönes?“ Es war aus Joes Sicht keineswegs übertrieben wenn er sagte, das Drake „zauberte.“ Was er kochte, war einfach göttlich! Oft genug hatte Joe schon scherzhaft gesagt, dass Drake vermutlich den Teufel Höchstselbst mit seinen Kochkünsten bestechen könnte.

„Ach nichts Besonderes. Ich hatte heute keine Lust großartig zu kochen, deshalb gibt es nur Spagetti Bolognese.“

„Du weißt doch, dass mich das nicht im Geringsten stört.“ Erwiderte Joe und machte es sich auf der Couch bequem, während er den Fernseher einschaltete. Er zappte zwischen Nachmittagsgerichtsshows zu Nachmittagssoaps zu Dokumentationen durch. Läuft wieder nur scheiße im Fernsehen, dachte Joe, schaltete den Fernseher wieder aus und warf die Fernbedienung resigniert zur Seite weg. Genau in diesem Moment kam Drake mit den Tellern aus der Küche, reichte Joe seinen, setzte sich neben ihn und legte die Füße auf den Tisch.

„Also gut, was machen wir heute?“ Fragte Joe, während er sein Essen herunter schlang. Er hatte mordsmäßigen Hunger, sein Tag war wirklich anstrengend gewesen und er hatte kaum etwas essen können.

„Nun,wir haben beide Morgen frei richtig?“ Fragte Drake, der seelenruhig aß als könnte nichts ihn aus der Ruhe bringen.

„Ja, wenn ich es richtig in Erinnerung habe schon, wieso?“ „Dann lass uns heute Abend mal wieder ein wenig raus gehen, n‘ bisschen um die Häuser ziehen halt.“ Joe der das für eine ausgezeichnete Idee hielt, antwortete enthusiastisch, „sicher warum nicht?“

Mit dem Essen fertig und gesättigt, saßen sie beide auf der Couch und schauten in die Leere, während die Zeit dahin strich. Es waren noch einige Stunden bis zum Abend und sie wussten nichts bis dahin mit sich anzufangen, aber das war auch nicht weiter schlimm. Einfach nur so dazu sitzen und zu schweigen, war sogar ziemlich angenehm. Das hatten sie früher auch schon immer getan, sie brauchtennicht immer Worte oder Beschäftigung. Einfach nur gemeinsam die Ruhe zu genießen, reichte ihnen oftmals schon aus, besonders nach einem arbeitsreichen und anstrengenden Tag.

„Hey Drake?“

„Hm?“

„Erinnerst du dich noch an die Zeit, im Waisenhaus?“

„Also könnte ich die jemals vergessen.“ Sagte Drake, mit einem leichten Hauch von Trauer und Wut in der Stimme, er erinnerte sich nur ungerne an diese Zeit.

„Weißt du noch, was wir uns damals geschworen haben, in der finstersten Stunde unseres Lebens?“

„Sicher weiß ich das noch. Wir haben uns geschworen, für immer zusammen zu bleiben und uns zu unterstützen. Und vor allem alles zu teilen, ob Freude oder Schmerz. Es sollte einerlei sein. Wir gehören zusammen und werden es immer bleiben.“

„Ja.“ Mehr sagte Joe nicht, er wusste selbst nicht, warum er diese Frage gestellt hatte, aber auch das war nicht wichtig. Wichtig war nur, dass sie es beide noch wussten und es nie vergessen würden.

Die Zeit verstrich weiter und keiner von beiden rührte sich, sie saßen einfach nur da und warteten ab, bis es endlich Abend wurde. Als die Sonne sich langsam im abendlichem rot verabschiedete, erhob sich Drake endlich und sagte, „hey, wir sollten uns langsam auf den Weg machen, nicht das wir noch einschlafen.“

Joe, der in einer Art Trance war, antwortete nicht sofort. Er brauchte einen Moment um richtig klar zu werden. „Oh ja sicher, lass uns los gehen.“

 

Kapitel 2 Bearbeiten

 

„Oh man, was für ein Abend!“ Rief Joe, als sie wieder zu Hause angekommen waren, er war stockbesoffen.

„Darauf kannst du einen lassen, das war genial!“ Drake war zwar auch ziemlich angetrunken, aber bei weitem nicht so schlimm wie Joe.  

„Ok, ich… ich geh erst mal ins Bad und dann… was wollte ich dann machen?“ Fragte Joe.

„Vielleicht ins Bett gehen und schlafen?“ Schlug Drake vor.

„Schlafen?! Bist du irre?! Ich kann doch jetzt noch nicht… obwohl… du hast recht... schlafen klingt gut.“ So schlich Joe davon und ging direkt ins Schlafzimmer. Dass er noch Mal ins Bad wollte, hatte er schon wieder vergessen. Drake Blickte seinem Bruder kopfschüttelnd hinterher, griff in seine Jackentasche und zog den Zettel heraus der sich darin befand. Darauf stand eine Nummer und darunter ein Name: Sahra.

Drake und Joe waren in dieser Nacht in so mancher Bar gewesen und hatten getrunken, waren von einer zur nächsten gezogen und hatten sich einfach treiben lassen Drake war jedoch eine dieser vielen Etablissements besonders im Gedächtnis geblieben. Er und Joe hatten dort an einem Tisch gesessen und sich unterhalten, doch konnte Drake dem Gespräch nicht ganz folgen. Er hatte die ganze Zeit nur ein Auge für die hübsche Dame gehabt, die am Tresen stand. Nach einiger Zeit, hatte sie ihn bemerkt und beobachtete ihn nun genauso, wenn auch etwas verstohlener, heimlicher.

Irgendwann war Joe aufs Klo gegangen. Drake hatte gar nicht mitbekommen, das er weg war – da kam die Dame zu ihm herüber und legte einen Zettel auf den Tisch. Drake sah herab und erkannte sofort was auf dem Zettel stand. Als er wieder aufblickte, sah er die Dame da stehen, sie zwinkerte ihm zu und ging dann Richtung Ausgang. Drake verstaute den Zettel in seiner Jackentasche, er war hin und weg. Als Joe wieder kam, bezahlten sie und gingen in die nächste Bar. Joe soff weiter wie ein Loch, aber Drake war zu sehr in Gedanken versunken, er konnte nur noch an die Dame denken und wünschte sich, sie würden endlich zu Hause ankommen…

Nun waren sie wieder zu Hause, Joe schlief bereits tief und fest – man konnte sein Schnarchen aus dem Schlafzimmer hören und Drake stand mitten im Raum und starrte auf den Zettel herab. Nach einigen weiteren Augenblicken fasste er seinen Mut zusammen und setzte sich in Bewegung, er griff nach dem Telefon und wählte die Nummer. Er verharrte jedoch, als sich sein Daumen auf die Anrufen Taste legte. Nun komm schon, drück endlich! Was hast du zu verlieren? Sie hat dir doch nicht umsonst ihre Nummer gegeben. Ermahnte er sich und drückte die Taste. 

Es klingelte ein Mal, zwei Mal, drei Mal… vielleicht schläft sie schon?… vier Mal, fünf Mal…

Drake wollte schon gerade auflegen als sich plötzlich jemand, am anderen Ende meldete.

„Ja?“ Drake war wie gelähmt, er hatte gar nicht mehr damit gerechnet dass sie abheben würde und wusste nicht was er sagen sollte. 

„Ähm… Hi!“ Stammelte er vor sich hin.

„Ja Hi, wer ist denn da?“ Doch bevor, Drake antworten konnte, sprach sie schon weiter. „Moment! Bist du etwa der mein heimliche Beobachter, aus der Bar?“

„Ähm… ja, der bin ich wohl. Es tut mir leid, ich wollte eigentlich nicht so spät noch anrufen aber… ich konnte einfach nicht mehr warten.“ Oh verdammt, was rede ich da?! Auf der anderen Seite herrschte Schweigen.

„Sind Sie noch da?“ Fragte Drake zweifelnd.

„Oh ja sicher, tut mir leid“, sie kicherte kurz, „ich… puh… ich muss ehrlich sein, ich hab sowas noch nie gemacht, ich weiß auch nicht was mich da überkommen hat.“

„Oh…ich verstehe.“ Drake war enttäuscht, aber eigentlich im tiefsten Inneren nicht sonderlich überrascht.

„Nein nein, so meinte ich das nicht. Ich, ich meine… ach ich weiß auch nicht, wie ich das sagen soll. Ich sah dich nur dort so sitzen und… nun ja, du wirktest einfach so anziehend auf mich…“ eine kurze Pause, „war das jetzt zu direkt?“

Drake, der absolut nicht der Meinung war, da er das gleiche empfand sagte nur, „nein nein, ich weiß was Sie meinen.“

„Kannst du mir den Gefallen tun und aufhören mich zu Siezen?“

„Oh, tut mir leid. Ist nur so eine Angewohnheit.“ Drake wurde knallrot im Gesicht und war froh, dass er der Dame in diesem Moment nicht gegenüberstand.

„Ist doch kein Problem, schließlich gehört es ja zum guten Ton, aber ich mag es einfach nicht wenn man mich Siezt.“

Das Gespräch ging noch eine ganze Weile so weiter. Sie unterhielten sich, lernten sich kennen und Drake’s Anziehung zu dieser Frau wuchs mit jeder Minute mehr und mehr. Jedoch wurde er mit der Zeit immer müder und konnte die Augen kaum noch aufhalten, weswegen sie sich alsbald verabschiedeten. Er gab ihr noch seine Handynummer und verabschiedete sich. Mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht und noch die Worte im Gedächtnis, „dann bis bald“ ging er ins Bett und schlief augenblicklich ein.  

Kapitel 3 Bearbeiten

„Hey Drake, steh auf, wir sollten langsam frühstücken, weißt du eigentlich wie spät es ist?“ Drake öffnete die Augen und wusste es schlagartig, den er blickte auf den Wecker genau vor sich. Es war neun Uhr morgens…

„Oh Gott, ich habe so einen verdammten Kater… was haben wir gestern bitte alles gesoffen?“ Fragte Joe, während er langsam aus dem Zimmer schlich, Drake wusste es nicht mehr und es war ihm eigentlich auch egal. Er wollte einfach nur schlafen, wusste aber dass er das nicht konnte. Er musste aufstehen…

Beim Frühstück, war Drake nicht gerade sehr aufmerksam. Er hörte zwar, das Joe ihm die ganze Zeit über etwas erzählte, aber er konnte partout nicht folgen. Einerseits war er viel zu müde und anderseits, schwebten seine Gedanken die ganze Zeit wo anders hin. Nach dem das Frühstück beendet war, teilte Joe mit das er sich doch noch ein Mal hinlegen wolle, er wäre immer noch total verkatert und hätte sich wohl etwas überschätzt, was seinen "Wachheitsgrad" anbelangte. Drake, der mittlerweile etwas munterer war, war eigentlich nicht sonderlich erfreut. Da hatte Joe ihn schon so früh geweckt und jetzt ging er wieder schlafen, jedoch fiel ihm dabei gleichzeitig etwas ein und seine Miene erhellte sich wieder.

Als Joe schlafen ging, stürmte Drake sofort ins Wohnzimmer, wählte die Nummer und wartete. Zuerst ging niemand ran, doch dann meldete sie sich mit ihrer wunderbar wohlklingenden Stimme. „Hallo?“

„Hi, ich bin‘s.“ Dieses Mal war Drake schon wesentlich sicherer. „Ich hoffe ich habe dich nicht geweckt.“

„Um genau zu sein hast du das, aber das ist nicht schlimm, auch wenn ich heute frei habe verschlafe ich ungerne den ganzen Tag. Also was gibt’s?“

Sie hat frei…  

„Ok“, antwortete Drake nach einem Moment des Überlegens. „das mag jetzt etwas direkt klingen, aber hast du heute schon was vor?“ Drake wartete regelrecht auf ein „ja, ich habe heute noch jede Menge zu tun, sorry.“ Aber er sollte überrascht werden.

„Nein, wieso?“

„Nun, ich hatte überlegt, dass wir uns vielleicht, treffen könnten.“ Schweigen, Drake befürchtete schon das schlimmste.

„Ok, wenn du meinst, wo?“

Am liebsten wäre Drake im Zimmer auf und ab gesprungen, aber er riss sich zusammen und antwortete, „wie wäre es, mit der Bar von gestern?“

„Ok, wann kannst du da sein?“

„In zwei Stunden?“

„Ok, dann bis in zwei Stunden, sweetheart.“ Sie legte auf.

Drake legte ebenfalls auf, er saß noch eine Weile da, dann sprang er auf und machte sich fertig. Er war so aufgeregt und mit sich selbst beschäftigt, dass er Joe gar nicht in der Tür zum Schlafzimmer stehen gesehen hatte. Dieser musterte ihn mit undurchdringlicher Miene, bis er wieder zurück ging und sich hinlegte.

 

Kapitel 4 Bearbeiten

 

Zwei Stunden später war Drake bei der Bar. Sahra saß bereits an einem Tisch und erwartete ihn, er ging zu ihr, sie bestellten und unterhielten sich Stundenlang. Die Sonne überquerte ihren Weg am Himmel, Menschen kamen in die Bar und Menschen gingen aus ihr hinaus, doch Drake und Sahra bekamen davon nicht viel mit. Sie hatten nur Augen für sich und merkten nicht wie die Zeit verging.  

Drake, musste gähnen und schaute während dessen aus dem Fenster. „Oh mein Gott, wie lange sitzen wir hier schon?“ Fragte er leicht geschockt.

„Gute Frage“, Sahra schaute auf ihre Armbanduhr, „auf jeden Fall schon eine ganze Weile, es ist gleich acht.“

„Acht?!“ Drake war nun noch mehr geschockt. Unweigerlich dachte er an Joe, dem er gar nicht gesagt hatte wo er war. Was wenn er sich Sorgen machte? Er schaute auf sein Handy, aber anscheinend hatte Joe nicht versucht ihn zu erreichen. Was wenn er wusste… Nein das konnte nicht sein, wahrscheinlich pennt er immer noch… ja, das wird es sein, wenn ich jetzt nach Hause gehe, könnte ich vielleicht… Aber Drake wurde er aus seinen Gedanken gerissen als Sahra fragte, „stimmt etwas nicht?“

„Oh… ähm… nein, alles ok. Ich musste nur gerade nachdenken.“

„Ok…“ Sahra schien nicht überzeugt, dennoch fragte sie gleich darauf, „sag mal, du hast nicht zufällig Lust noch, zu mir zu kommen?“ Drake dachte nicht lange nach. Die Gedanken an Joe, waren verflogen und er sagte ohne zu zögern ja. So bezahlten sie und machten sich auf dem Weg zu ihr.

In ihrer Wohnung angekommen, schlossen sie die Tür hinter sich und an diesem Punkt, wollen wir sie alleine lassen. Wenigstens der Hauch von Privatsphäre sollte den beiden Liebenden gewährt bleiben.

 

Kapitel 5 Bearbeiten

 

Auf dem Weg nach Hause war Drake die ganze Zeit am grübeln. Was würde Joe sagen wenn er zu Hause ankam? Vielleicht hat er ja den ganzen Tag verpennt? Ein schwacher Hoffnungsschimmer, der sich natürlich nicht bewahrheiteten sollte.

Drake kam in die Küche und sah einen putzmunteren Joe am Essenstisch sitzen, der das Frühstück schon vorbereitet hatte und anscheinend nur auf ihn wartete.

„Hi Joe.“ Keine Antwort, Joe saß nur da und starrte Drake an. Drake fühlte sich gar nicht wohl in seiner Haut. „Wie ich sehe, hast du bereits Frühstück gemacht.“ Immer noch keine Antwort. „Ich weiß du fragst dich sicher, wo ich war…“

„Nein, tue ich nicht wirklich, schließlich weiß ich es.“ Drake musste schlucken. Er wusste zwar nicht woher Joe es wissen sollte, aber ihn überkam plötzlich eine unheimliche Angst, dabei wusste er nicht ein Mal wieso, Joe war doch sein Bruder, wieso also sollte er Angst vor ihm haben? „Ich habe dein Telefonat gestern Morgen mitgehört. Weißt du, du hättest lieber etwas warten sollen, so lange bis ich wirklich schlafe…“

„Joe ich…“ Joe stand auf und Drake machte einen Schritt nach hinten.

„Was ist denn Drake? Hast du Angst vor deinem eigenen Bruder?“ Fragte Joe bedrohlich.

„Nein, nein habe ich natürlich nicht, das wäre ja ziemlich aberwitzig oder?“ Drake lachte nervös auf, doch Joe stimmte in keinster Weise in das Lachen ein. Stattdessen sah er Drake weiterhin ernst an und sprach,  „genau meine Rede. Du hast also jemanden kennen gelernt, ja? Und ich gehe wohl richtig in der Annahme, dass du gestern bei ihr warst?“

„Ähm, ja.“ Joe kam immer näher und Drake musste dem panischen Instinkt unterdrücken einen weiteren Schritt nach hinten zu machen, oder gar die Beine in die Hand zu nehmen und weg zu rennen.  

„Na dann.“ Joe stand nur noch einen Schritt von Drake entfernt. „Herzlichen Glückwunsch, mein Bruder!“ und dabei umarmte Joe ihn so fest, das Drake beinahe keine Luft mehr bekam. Der Schock löste sich von ihm, wie ein Stein vom Herzen und er atmete erleichtert auf. Drake nahm seinen Bruder ebenfalls in die Arme.

„Endlich wird mein Bruderherz zum Mann.“ Sagte Joe, ließ von Drake ab und klopfte ihm auf die Schulter. „Komm lass uns frühstücken.“ Drake setzte sich dankbar an den Tisch und sie aßen zusammen.

 Kapitel 6 Bearbeiten

 

Die nächsten Wochen verliefen absolut reibungslos.

Drake traf sich immer öfter mit Sahra und sie hatten eine wunderbare Zeit zusammen. Drake und Joe unternahmen immer noch viel, wenn auch nicht mehr so viel wie früher, aber das störte Joe anscheinend nicht im Geringsten, er freute sich nur riesig für seinen Bruder wie er oft genug betonte. Drake wurde sich schon nach kurzer Zeit bewusst, dass er Sahra wirklich und wahrhaftig liebte und sie tat es ebenso. Es war die schönste Zeit, die Drake je hatte. Er war der glücklichste Mensch auf Erden und es hätte nicht besser laufen können.

Woche um Woche vergingen, so lange bis es Monate wurden und bald schon ein Jahr.

Für ihren Jahrestag hatte Drake etwas Besonderes geplant. Auch wenn es erst ein Jahr war, so war er sich doch sicher die Frau fürs Leben gefunden zu haben, weswegen er sich vorgenommen hatte ihr einen Verlobungsantrag zu machen. Joe war ebenfalls schon in alles eingeweiht und hatte ihm alles Gute gewünscht. Der Plan sah vor, dass sie in die Bar gingen, in der sie sich kennengelernt hatten. Dort würde er ihr den Antrag machen und sie würden einen wunderschönen Abend haben.  

Drake stand vor dem Haus in dem Sahra wohnte, klingeln brauchte er nicht da genau in diesem Moment eine alte Dame herauskam und er hineinstürmen konnte. Er rannte die Treppen nach oben, sein Herz raste bei dem Gedanken, was heute geschehen würde. Vor Sahra‘s Tür stehend, begutachtete Drake sich noch ein Mal. Sieht alles gut aus, dachte er nervös und klingelte. Er wartete doch nichts geschah, also klingelte er erneut doch noch immer schien sich nichts hinter der Tür zu regen.

Vielleicht ist sie noch unterwegs, und verspätet sich… dachte Drake, doch aus einem ihm unbekannten Grund, machte er sich plötzlich Sorgen. Er kramte in seiner Tasche nach seinem Handy und rief Sahra an, doch so gleich hörte er das Telefon auf der anderen Seite der Tür klingeln. Sahra vergas eigentlich nie etwas wenn sie das Haus verließ, sie war verdammt ordentlich und achtete immer auf alles… es sei denn… es sei denn, sie ist gerad den Müll runter bringen oder so. Das wird es sein, dabei würde niemand sein Handy mitnehmen, wozu auch?

Die Zeit kroch langsam dahin und nachdem mehr als zehn Minuten vergangen waren hielt Drake es nicht mehr aus. Er machte sich unglaubliche Sorgen, er klingelte noch ein Mal, doch noch immer machte niemand auf.  Er klopfte an die Tür, nein hämmerte daran und war verwundert, als diese plötzlich nachgab und aufging.

Die Tür war nicht abgeschlossen, sie hatte die ganze Zeit einen winzigen Spalt offen gestanden…

Was zum… oh mein Gott…

Drake stürmte in die Wohnung und rief nach Sahra, er merkte gar nicht wie die Tür hinter ihm wieder geschlossen wurde, als er durch den Flur rannte und sich panisch umsah. Drake ging von einem Zimmer ins nächste und rief die ganze Zeit nach Sahra, er fand sie nirgends und als er gerade im Schlafzimmer war, wurde er von hinten gepackt und…

„Hi süßer.“ Drake erschrak und vergas kurz darauf alles. Er war nur erleichtert, sein Herz raste und er war überglücklich, das doch nichts passiert war. Eigentlich hätte er es wissen müssen, Sahra hatte eine gewisse Affinität für solche Scherze…

„Du hast mich ganz schön erschreckt, weißt du.“

„Das tut mir leid, das wollte ich nicht.“ Diese Worte sagte sie aber mit keiner wirklichen Ernsthaftigkeit, sie gab Drake nun endlich frei und als dieser sich umdrehte, sah er sie vor sich, in all ihrer Schönheit. Genauso wie Gott sie geschaffen hatte oder besser, wie sie zur Welt gekommen war. Mit nichts, als ihrer unglaublich schönen Haut bekleidet.

„Ich mach es auch wieder gut.“ Hauchte sie die Worte hervor, doch Drake dachte schon gar nicht mehr an das was eben geschehen war…  

Kapitel 7 Bearbeiten

 

Am nächsten Morgen erwachte Drake und sein erster Gedanke galt dem Antrag den er völlig vergessen hatte, aber das würde er nachholen. Als Drake sich zur Seite drehte, merkte er jedoch das Sahra gar nicht da war. Die andere Bettseite war leer. Frauen… wahrscheinlich sitzt sie bereits im Badezimmer und macht sich fertig. Bei diesem Gedanken musste Drake lächeln, drehte sich noch ein Mal im Bett um und schloss die Augen wieder um noch einen Moment zu schlafen.

Drake erwachte zum zweiten Mal und sein Blick fiel auf die Uhr neben ihm. Es war eine Stunde vergangen und Sahra hatte ihn weder geweckt, noch war sie wieder zu ihm ins Bett gekommen. Bestimmt, wird das wieder wie gestern… dachte Drake, aber noch ein Mal kriegt sie mich nicht dran! Drake zog sich schnell etwas über und ging dann raus.

„Auch endlich wach ja.“ Die Stimme die er vernahm, war zwar vertraut, aber sie gehörte nicht der Person, mit der er gerechnet hatte... sie gehörte Joe… Die Stimme kam aus dem Wohnzimmer. Wie zum Teufel ist er hierhergekommen? Dachte Drake verwirrt und ging in das Wohnzimmer. Joe saß auf der Couch und sah seinen Bruder an. „Hatte schon gedacht, du wachst gar nicht mehr auf.“ Sagte er, als wäre es das normalste der Welt, hier in der Wohnung seiner Freundin zu sitzen.

„Joe, was machst du denn hier?“ Aber Joe reagierte nicht auf die Frage.

„Ich dachte mir, ich statte euch mal einen Besuch ab. Wollte sehen wie’s dir so geht, jetzt wo ihr frisch verlobt seid, seid ihr doch oder?“

„Nein… nein ich, hab’s gestern irgendwie verpeilt… aber du hast mir immer noch nicht auf meine Frage geantwortet Joe, was machst du hier?“

„Hm, schade dass du es vergessen hast, aber jetzt ist das ja auch nicht mehr von Relevanz, nicht wahr?“

„Was, wovon redest du da bitte?“ Drake überkam auf ein Mal ein ganz schlechtes Gefühl.

„Weißt du, ich habe mich in dem letzten Jahr, sehr einsam gefühlt“, antwortete Joe seelenruhig, „du warst nicht mehr da und naja, alleine wusste ich nicht wirklich was ich tun sollte.“

„Joe, antwortete mir gefälligst!“ Wut überkam Drake.

„Ich meine, sicher ich habe mich für dich gefreut, sogar sehr, aber… du hast etwas ganz entschiedenes vergessen, Bruderherz.“ Drake bewegte sich auf Joe zu, er versuchte nicht weiter mit ihm zu reden, das schien eh keinen Sinn zu haben. Er baute sich bedrohlich vor Joe auf, doch dieser redete einfach weiter, als würde er gar nichts merken. „Und weißt du was du vergessen hast? Unser Versprechen! Wir haben uns geschworen immer zusammen zu sein, uns immer zu unterstützen!“

Drake reagierte nicht auf die Worte, er wollte einfach nur wissen was hier los war. Er packte nach Joe um ihn endlich zur Besinnung zu bringen, doch dieser war auf ein Mal im Nichts verschwunden und nun hörte Drake seinen Bruder aus dem Badezimmer.

Er rief, „und wir wollten immer alles teilen… weißt du noch Bruder?!“

Drake drehte sich panisch um, ihm stand der kalte Schweiß auf der Stirn, er wusste nicht was er denken sollte. Sein Bruder war gerade vor seinen Augen verschwunden, er redete wirres Zeug und Drake wünschte sich nur aus diesem Alptraum zu erwachen. Aber ihn beschlich mehr und mehr das Gefühl, dass dies kein Traum war. Drake setzte sich in Bewegung und ging in das Badezimmer, während Joes Stimme weiter durch die Wohnung hallte, „alles wollten wir teilen… ob Schmerz oder Freude!“

Drake stand vor dem Badezimmer, er hörte Joes Rufe nicht mehr als er die angelehnte Tür langsam öffnete. Was er dahinter erblickte raubte ihm den letzten Rest seines Verstands, während sein Bruder hysterisch in seinem Kopf schrie. „Alles!!! Verdammt noch mal alles!!! Alles teilen!!! Wie Brüder es nun ein Mal tun. Alles teilen… alles…

Doch Drake hörte nicht mehr, er dachte nicht mehr, er wusste nichts mehr. Er sah nur das Grauen vor sich. Die zerfledderte Leiche Sahra‘s, die in der Badewanne lag. In zwei saubere Hälften hatte man sie geschnitten, die Säge lag vor Drake auf dem Boden. Überall war Blut, auf dem Boden, an den Wänden, selbst an der Decke und erst jetzt bemerkte Drake, das auch er blutüberströmt war. Er blickte auf seine Hände herab, dann wanderte sein Blick zu der Säge auf dem Boden und während er auf die Knie fiel, fing er an zu schreien… „Alles!!!

 

Kapitel 8 Bearbeiten

 

„… und nun zu einer Eilmeldung. Wie wir gerade hören, hat die Polizei einen grausigen Fund gemacht. Man fand die in zwei geteilte Leiche, einer jungen Frau in ihrer Wohnung. Der mutmaßliche Täter kniete vor ihren Überresten. Seine Schreie hatten die Nachbarn veranlasst die Polizei zu rufen. Über die Identität des Opfers oder des Täters, liegen uns noch keine Informationen vor. Und nun zum Wetter…“

Brutaler Mord an junger Frau aufgeklärt

Vor einigen Tagen, hatte die Polizei einen grausigen Fund gemacht. Sie hatten einen Anruf von mehreren Personen aus einem Haus bekommen, das sie hysterische Schreie aus einer Wohnung hören würden. Die Polizei fand eine schrecklich zugerichtete Leiche vor, der Täter - Drake Chembers - war noch vor Ort.

Drake Chembers, wurde schon mit jungen Jahren in eine psychiatrische Anstalt gebracht, da man schwere Schizophrenie bei ihm diagnostiziert hatte. Laut Aussage der Ärzte, hätte er geglaubt einen Bruder namens Joe zu haben. Er galt eigentlich nicht als gefährlich, aber man wollte ihn unter Beobachtung halten. Mr. Chembers schien in dieser Zeit nicht zu wissen, dass er sich in einer Anstalt befand. Er glaubte man hätte ihn nach dem vermeidlichen Tod seiner Eltern, in ein Waisenhaus gebracht.

Wenige Jahre nach seiner Einlieferung – unterschiedlichste Behandlungen schienen keinen Erfolg zu haben – brannte die Anstalt unter mysteriösen Umständen nieder. Die Leiche von Mr. Chembers wurde nie gefunden, aber wie es scheint, hatte er überlebt und sich irgendwie ein neues Leben aufgebaut. Bis zum Zeitpunkt des Mordes an Sahra Carval, hatte er nie jemandem Leid zugefügt, es ist unklar warum es zu dem Mord kam. Mr. Chembers glaubt laut Aussage, dass sein Bruder Joe schuld an dieser Tat trägt, er wurde wieder in psychiatrische Obhut untergebracht.

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Ein Kapitel aus meinem akutellen Buch an dem ich arbeite, hat mit der eigentlichen Geschichte aber eher wenig zu tun. Es ist quasi eine Geschichte, in der Geschichte.

gez. Nathaniel Simon Laval

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